Kirche Santi Giovanni ed Agostino

Kirche Santi Giovanni ed Agostino

Vicolo San Giovanni. (Karte öffnen)

Beschreibung

Die Kirche Santi Giovanni ed Agostino ist die Pfarrkirche des Viertels Torretto, mitten in der Altstadt von La Spezia. Als Oratorium einer Bruderschaft entstanden, birgt sie ein Altarbild von Bernardino Lanino aus dem 16. Jahrhundert und eine mit Schiefer gedeckte Kuppel.

Die Giebelfassade ist schlicht, mit vier Pilastern und einem Dreiecksgiebel. Über dem Portal, das mit Bronzetafeln geschmückt ist, steht in einer Nische eine Statue der Madonna mit Kind.

Drinnen liegt ein einziges Schiff, 40 Meter lang, 7,50 breit und 14 hoch. Über der halbrunden Apsis erhebt sich die Kuppel aus dem 17. Jahrhundert, im Fischgrätmuster mit Schiefer gedeckt und von einer Laterne gekrönt.

Das kostbarste Werk ist das Altarbild von Bernardino Lanino mit Madonna und Heiligen aus dem 16. Jahrhundert: Eine Fassung davon hängt in der National Gallery in London. Daneben eine Madonna del Suffragio, die Domenico Fiasella zugeschrieben wird.

Sieh dir auch das muschelförmige Taufbecken aus dem 16. Jahrhundert an, zwei große Kruzifixe aus dem 18. Jahrhundert und die Orgel der Brüder Serassi von 1823, mehrfach restauriert. Die Bronzetür, der Kreuzweg und das Fresko der Taufe Jesu stammen von Marcello Tommasi.

Die Kirche geht auf das Oratorium San Giovanni Battista Decollato zurück, Sitz der Confraternita Mortis et Orationis. Es war ein bescheidener Bau, der mit der Zeit die Kuppel und 1727 den Marmoraltar erhielt, an den eine lateinische Inschrift erinnert.

Rund um das Oratorium wuchs das Viertel Cittadella mit den Palästen der Adelsfamilien von La Spezia wie den Biassa, den De Nobili und den Da Passano. Viele Altäre gehörten bedeutenden Familien der Stadt und der Lunigiana, die sie mit Altarbildern und liturgischem Gerät ausstatteten.

Als Napoleon kam, wurde das Oratorium ein Munitionsdepot. 1799 kurz wieder geöffnet, wurde es nach der Schlacht bei Marengo erneut beschlagnahmt und diente erst 1816 wieder dem Gottesdienst.

1886 wurde es Pfarrkirche, und zum Namen des heiligen Johannes kam der des heiligen Augustinus hinzu. Er erinnerte an das nahe Augustinerkloster, 1390 gegründet und 1797 geschlossen, die erste geistliche Niederlassung der Stadt. Die Mönche waren aus einem älteren Kloster in Vezzano Alto gekommen.

Nicht verpassen
• Das Altarbild von Bernardino Lanino.
• Die Schieferkuppel.
• Das muschelförmige Taufbecken.
• Die Serassi-Orgel.

Schon gewusst?
• 1781 gewährte Papst Pius VI. allen, die das Oratorium besuchten, für immer einen vollkommenen Ablass: Daran erinnert eine Tafel über der Seitentür.
• Die Bomben des Zweiten Weltkriegs machten fast die ganze Stadt dem Erdboden gleich, doch diese Kirche blieb unversehrt.
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